Silizium ist kein klassisch essenzieller Nährstoff. Cannabis kann also auch ohne zusätzliche Siliziumgabe wachsen. Trotzdem ist Silizium im modernen Cannabisanbau interessant, weil es die Pflanze stabiler machen und unter bestimmten Bedingungen Ertrag und Qualität unterstützen kann.
Der wichtigste Effekt liegt in der Pflanzenstruktur. Silizium kann in pflanzliches Gewebe eingelagert werden und Zellwände sowie Blätter stabilisieren. Die Pflanze wirkt dadurch kräftiger, steht stabiler und kann besser mit Stress umgehen. Besonders bei starkem Licht, hoher Verdunstung oder dichter Pflanzenmasse kann das ein Vorteil sein.
Interessant ist Silizium auch im Zusammenhang mit dem Wasserhaushalt. Silizium kann die Transpiration leicht reduzieren, ohne die Pflanze komplett „abzubremsen“. Das bedeutet: Die Pflanze verliert etwas weniger Wasser über die Blätter und kann dadurch unter Stressbedingungen effizienter arbeiten. Eine leicht reduzierte Transpiration kann außerdem dazu beitragen, dass Blüten kompakter bleiben, weil die Pflanze Wasser besser reguliert und weniger stark auf Trockenstress reagiert.
Auch beim Ertrag gibt es Hinweise auf positive Effekte. In der Forschung wurden bei verschiedenen Kulturen durch Silizium teils Ertragssteigerungen beobachtet. Für Cannabis ist die Datenlage noch nicht so breit wie bei klassischen Gemüse- oder Getreidekulturen, aber erste Erfahrungen und Studien deuten darauf hin, dass Silizium das Wachstum und die Widerstandskraft sinnvoll unterstützen kann. Wichtig ist dabei: Silizium ist kein klassischer „Booster“, der alleine den Ertrag erhöht. Es wirkt eher indirekt, indem es die Pflanze robuster macht und Stress besser abfedert.
Ein weiterer Vorteil ist die mögliche Unterstützung der Blütenqualität. Wenn Pflanzen stabiler wachsen, weniger stark auf Stress reagieren und Wasser besser regulieren können, wirkt sich das oft positiv auf die Entwicklung der Blüten aus. Gerade bei hoher Lichtintensität und intensiver Klimaführung kann Silizium helfen, die Pflanze gleichmäßiger durch die Blüte zu bringen. Das Ziel sind nicht künstlich aufgepumpte Pflanzen, sondern stabile, kompakte und gesunde Blüten.
Silizium kann außerdem die Widerstandskraft gegenüber Krankheiten verbessern. Vor allem bei Mehltau und anderen Stressfaktoren wird Silizium häufig eingesetzt, weil es die äußere Struktur der Pflanze stärkt. Trotzdem ersetzt es keine gute Klimaführung. Wer zu hohe Luftfeuchtigkeit, schlechte Umluft oder stehende Feuchtigkeit in dichten Blüten hat, kann Probleme nicht allein mit Silizium lösen.
Besonders sinnvoll ist Silizium in Kokos, Steinwolle und hydroponischen Systemen. Diese Systeme liefern von sich aus oft wenig verfügbares Silizium. Aber auch auf Erde kann eine zusätzliche Gabe interessant sein, vor allem bei starkem Licht, schnellem Wachstum oder dichten Pflanzenbeständen.
SiliCan entwickelt. SiliCan ist ein hochkonzentriertes Siliziumprodukt für alle gängigen Substrate und Anbausysteme. Es kann bis etwa zwei Wochen vor der Ernte eingesetzt werden. Die empfohlene Dosierung liegt bei 0,5 ml/L Nährlösung.
Wichtig ist die richtige Mischreihenfolge. SiliCan sollte immer zuerst ins Wasser gegeben werden, bevor andere Dünger beigemischt werden. Danach wird der pH-Wert angepasst und erst anschließend werden die restlichen Nährstoffe hinzugefügt. So bleibt die Nährlösung stabil und Ausfällungen werden vermieden.
Silizium ist kein Pflichtnährstoff, kann aber helfen, Cannabispflanzen stabiler und widerstandsfähiger zu machen. Besonders interessant ist der Effekt auf Struktur, Wasserhaushalt und Stressresistenz. Eine leicht reduzierte Transpiration kann dazu beitragen, dass Pflanzen unter intensiven Bedingungen ruhiger wachsen und kompaktere Blüten ausbilden.
Wichtig ist dabei die richtige Anwendung. SiliCan sollte korrekt angemischt und immer zuerst ins Wasser gegeben werden, damit die Nährlösung stabil bleibt.
Im nächsten Abschnitt schauen wir uns an, warum Cannabis manchmal violette Stängel bildet und wann das harmlos ist – oder auf ein Problem im Grow hinweist.