Erde, Kokos, Steinwolle oder Hydroponik

Das Substrat ist mehr als nur der Ort, an dem die Pflanze steht. Es bestimmt, wie Wasser gespeichert wird, wie Nährstoffe verfügbar sind und wie viel Kontrolle man im Anbau hat. Deshalb ist die Wahl des Systems ein wichtiger Grundsatzentscheid. Cannabis kann in Erde, Kokos, Steinwolle oder Hydroponik sehr gut wachsen, aber jedes System funktioniert etwas anders.

Erde

Erde ist für viele Einsteiger der einfachste Start. Sie speichert Wasser und Nährstoffe und kann kleinere Fehler teilweise abpuffern. Das bedeutet, dass nicht jede Schwankung sofort zu einem Problem führt. Gleichzeitig ist Erde weniger direkt steuerbar als erdlose Systeme. Die Pflanze nimmt nicht nur das auf, was man gerade gießt, sondern auch das, was im Substrat bereits gespeichert ist.

Beim Anbau auf Erde arbeitet man deshalb meist mit moderateren Düngerkonzentrationen und achtet darauf, das Substrat nicht dauerhaft zu nass zu halten. Erde soll nicht ständig vollgesogen sein, sondern zwischen den Gießvorgängen wieder etwas abtrocknen können. So bleibt genug Sauerstoff im Wurzelbereich und die Pflanze kann gesund weiterwachsen.

Für den Anbau auf Erde eignet sich ein Dünger, der zur Pufferwirkung des Substrats passt und die Pflanze vollständig, aber nicht unnötig aggressiv versorgt. Genau dafür ist die Liquid Mineral Soil Line ausgelegt. Sie ist für Erde entwickelt und arbeitet mit einem einfachen 3-Phasen-Konzept für Wachstum, frühe Blüte und späte Blüte. Dadurch bleibt die Anwendung übersichtlich, ohne dass viele zusätzliche Produkte kombiniert werden müssen.

Kokos

Kokos ist ein erdloses Substrat und funktioniert deutlich anders als Erde. Es speichert zwar Wasser sehr gut, enthält aber selbst kaum verfügbare Nährstoffe. Die Pflanze ist deshalb stärker auf die Nährlösung angewiesen, die regelmäßig zugeführt wird. Kokos sollte daher nicht wie normale Erde behandelt werden.

Der Vorteil von Kokos liegt in der besseren Steuerbarkeit. Man kann sehr gezielt beeinflussen, was der Pflanze zur Verfügung steht. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass Gießen und Düngen zuverlässiger passen müssen. Wenn die Nährlösung nicht stimmt oder zu unregelmäßig gegossen wird, sieht man Probleme schneller als bei Erde.

Für Kokos eignet sich ein vollständiges mineralisches System, das alle essenziellen Nährstoffe direkt über die Nährlösung bereitstellt. Dafür ist die Liquid Mineral Hydro Line und die Mineral Powder Line gedacht. Sie ist auf erdlose Systeme ausgelegt und arbeitet als A/B-System, damit die Nährlösung stabil bleibt und die Pflanze konstant versorgt wird.

Steinwolle

Steinwolle ist ein sehr kontrollierbares Substrat und wird häufig in präzise gesteuerten Setups verwendet. Das Material ist nahezu inert, enthält also selbst keine relevanten Nährstoffe. Dadurch hängt die Versorgung fast vollständig von der Nährlösung ab.

Der große Vorteil von Steinwolle ist die direkte Steuerbarkeit. Wassergehalt, EC-Wert und pH-Wert können sehr genau geführt werden. Gleichzeitig ist genau das auch die Herausforderung. Fehler bei Bewässerung, Nährstoffkonzentration oder pH-Wert wirken sich schneller aus als bei Erde. Steinwolle ist deshalb eher für Grower geeignet, die regelmäßig kontrollieren und ihr System aktiv steuern möchten.

Auch für Steinwolle eignet sich die Liquid Mineral Hydro Line, weil alle wichtigen Nährstoffe direkt über die Nährlösung bereitgestellt werden. Bei größerem Verbrauch kann alternativ die Mineral Powder Line sinnvoll sein. Sie basiert ebenfalls auf einer vollständigen mineralischen Versorgung, ist aber besonders konzentriert und ergiebig.

Hydroponik

Hydroponik geht noch einen Schritt weiter. Hier wachsen die Pflanzen ohne klassisches Substrat oder nur mit sehr wenig Stützmaterial. Die Wurzeln stehen direkt oder regelmäßig in Kontakt mit einer Nährlösung. Dadurch ist die Versorgung sehr direkt, aber auch besonders empfindlich.

Hydroponik kann sehr leistungsfähig sein, verlangt aber sauberes Arbeiten und stabile Wasserwerte. Temperatur, Sauerstoffgehalt, pH-Wert und EC-Wert müssen regelmäßig kontrolliert werden. Da kaum Puffer vorhanden ist, reagieren die Pflanzen schnell, wenn etwas nicht passt.

Für hydroponische Systeme eignet sich ebenfalls die Liquid Mineral Hydro Line, weil sie für die direkte Versorgung über die Nährlösung entwickelt wurde. Wer größere Mengen an Nährlösung ansetzt oder besonders effizient arbeiten möchte, kann auch hier mit der Mineral Powder Line arbeiten.

Fazit

Das richtige Substrat hängt vor allem davon ab, wie einfach oder wie kontrolliert der Anbau sein soll. Erde ist am tolerantesten und eignet sich besonders gut für Einsteiger. Kokos bietet mehr Kontrolle, braucht aber eine gleichmäßigere Versorgung. Steinwolle und Hydroponik ermöglichen eine sehr präzise Steuerung, verlangen dafür aber mehr Erfahrung und regelmäßige Kontrolle.

Je weniger Puffer ein System hat, desto wichtiger werden stabile Werte bei Wasser, Nährlösung, pH-Wert und Klima. Deshalb ist nicht automatisch das technischste System das beste, sondern das System, das zum eigenen Erfahrungsstand und zur eigenen Arbeitsweise passt.

Im nächsten Abschnitt schauen wir uns an, wie Cannabissamen richtig gekeimt werden und worauf es in den ersten Tagen besonders ankommt.

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