Drain-EC messen und interpretieren

Der Drain-EC ist ein einfacher Messwert, um den Zustand im Wurzelraum besser einzuschätzen. Der Input-EC zeigt, was man der Pflanze gibt. Der Drain-EC zeigt, was nach dem Durchlaufen des Substrats unten wieder herauskommt. Dadurch sieht man, ob sich Salze im Substrat aufbauen.

Drain ist deshalb kein Abfallwasser, sondern ein Kontrollpunkt. Gerade bei Erde, Kokos und Steinwolle hilft der Drain-EC dabei zu verstehen, ob der Substrat-EC stabil bleibt oder langsam ansteigt.

So misst du den Drain-EC

Zuerst wird der EC-Wert der Nährlösung gemessen. Das ist der Input-EC. Danach wird langsam und gleichmäßig gegossen, bis unten etwas Drain entsteht. Für eine Messung reichen meist etwa 50 ml Drain.

Der Drain wird in einem sauberen Behälter gesammelt, kurz umgerührt und anschließend mit einem sauberen EC-Messgerät gemessen. Entscheidend ist nicht nur der Drain-Wert selbst, sondern vor allem die Differenz zum Input-EC.

Drain-EC richtig interpretieren

Wenn der Drain-EC nahe am Input-EC liegt, läuft das System in der Regel stabil. Ein leichter Anstieg ist normal, weil Wasser und Ionen im Substrat nicht immer exakt gleich aufgenommen werden.

Als Orientierung sollte der Drain-EC maximal etwa 0,5 mS/cm über dem Input-EC liegen. Wenn du zum Beispiel mit 1,8 mS/cm gießt, sollte der Drain idealerweise nicht dauerhaft deutlich über 2,3 mS/cm liegen.

Liegt der Drain-EC höher, deutet das auf Salzaufbau im Substrat hin. Das passiert häufig durch zu wenig Drain, zu lange Gießintervalle oder zu starke Drybacks. Der Wurzelraum wird dann konzentrierter, der osmotische Druck steigt und die Wasseraufnahme wird schwieriger.

Was tun bei zu hohem Drain-EC?

Wenn der Drain-EC zu hoch ist, sollte nicht zuerst der Input-EC reduziert werden. In den meisten Fällen ist das Problem nicht die Nährlösung selbst, sondern dass sich im Substrat Salze konzentrieren.

Die wichtigste Maßnahme ist deshalb: mehr Drain erzeugen. Dadurch werden überschüssige Salze aus dem Substrat ausgetragen und der Wurzelraum wieder näher an den Input-EC gebracht.

Zusätzlich kann es sinnvoll sein, die Gießintervalle zu verkürzen. Wenn das Substrat zu stark austrocknet, steigt der EC im Wurzelraum automatisch an, weil weniger Wasser bei gleicher Salzmenge vorhanden ist. Kürzere Intervalle und gleichmäßigeres Gießen halten den Substrat-EC stabiler.

Erst wenn Drainmenge und Gießintervall bereits passen und der Drain-EC trotzdem dauerhaft zu hoch bleibt, kann man die gesamte Strategie neu bewerten. Standardmäßig gilt aber: Bei hohem Drain-EC zuerst mehr Drain und bessere Bewässerungsfrequenz, nicht sofort schwächer düngen.

Was bedeutet ein niedriger Drain-EC?

Ein niedriger Drain-EC ist nicht automatisch ein Problem. Er kann bedeuten, dass wenig Salz im Substrat vorhanden ist oder dass die Pflanze aktiv Nährstoffe aufgenommen hat. Wenn die Pflanze gesund wächst, ist das meist unkritisch.

Problematisch wird es erst, wenn die Pflanze gleichzeitig hell wird, langsam wächst oder klare Mangelsymptome zeigt. Dann sollte geprüft werden, ob die Nährstoffversorgung grundsätzlich ausreichend ist oder ob zu selten mit Nährlösung gegossen wird.

Fazit

Der Drain-EC zeigt, ob sich Salze im Wurzelraum aufbauen. Entscheidend ist die Differenz zum Input-EC. Liegt der Drain dauerhaft mehr als etwa 0,5 mS/cm über dem Input-EC, sollte die Bewässerung angepasst werden.

Die wichtigsten Maßnahmen sind mehr Drain und bei Bedarf kürzere Gießintervalle. So bleibt der Substrat-EC näher am Input-EC und die Pflanze kann Wasser und Nährstoffe effizienter aufnehmen.

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