Bevor eine Cannabispflanze wachsen kann, muss der Samen keimen. In dieser Phase öffnet sich die Samenschale und die erste kleine Wurzel tritt aus. Diese Wurzel wird später zur Hauptwurzel der Pflanze und ist der Startpunkt für die gesamte weitere Entwicklung.
Für Einsteiger ist es am einfachsten, Cannabissamen zuerst in Wasser vorkeimen zu lassen. Der große Vorteil ist, dass man direkt sieht, ob ein Samen keimt oder nicht. Wenn ein Samen nach einiger Zeit aufbricht und eine kleine weiße Wurzel zeigt, kann er vorsichtig in das gewählte Anzuchtmedium gesetzt werden. So vermeidet man, dass man tagelang auf einen Samen wartet, der vielleicht gar nicht aktiv wird.
Für die Keimung braucht der Samen vor allem Feuchtigkeit, Wärme und Ruhe. Das Wasser sollte sauber und zimmerwarm sein. Zu kaltes Wasser kann den Prozess verlangsamen, zu warmes Wasser kann den Samen schädigen. Meist reicht es, die Samen in ein kleines Glas oder einen Becher mit Wasser zu legen und an einen ruhigen, dunklen Ort zu stellen.
Nach etwa 24 bis 48 Stunden beginnen viele Samen aufzubrechen. Sobald eine kleine weiße Wurzel sichtbar ist, sollte der Samen nicht mehr lange im Wasser bleiben. Die junge Wurzel ist sehr empfindlich und sollte vorsichtig behandelt werden. Am besten setzt man den Samen mit der Wurzel nach unten in ein leicht feuchtes Anzuchtmedium.
Als Anzuchtmedium eignen sich zum Beispiel Steinwolle, Kokos-Quelltabs, Root Riot Cubes oder eine schwach vorgedüngte Anzuchterde. Wichtig ist, dass das Medium feucht, aber nicht nass ist. Zu viel Wasser nimmt dem jungen Keimling Sauerstoff und kann die Entwicklung bremsen. Gerade in dieser frühen Phase gilt: leicht feucht ist besser als komplett nass.
Dünger wird am Anfang noch nicht benötigt. Der Samen enthält bereits genug Energie und Nährstoffe für die ersten Tage. Zu frühes Düngen kann die junge Wurzel stressen und mehr schaden als helfen. Erst wenn der Keimling sichtbar wächst und die ersten echten Blätter bildet, kann langsam über eine sehr milde Nährstoffversorgung nachgedacht werden.
Nach dem Einsetzen sollte der Samen nicht ständig ausgegraben oder kontrolliert werden. Er braucht Zeit, um sich im Medium zu verankern und nach oben zu wachsen. Ein warmer, heller Standort mit hoher, aber nicht stehender Luftfeuchtigkeit hilft dem Keimling dabei, stabil zu starten. Direkt starkes Licht oder ein austrocknendes Substrat sollten in dieser Phase vermieden werden.
Das Vorkeimen in Wasser ist eine einfache und übersichtliche Methode, weil man direkt erkennt, ob ein Samen aktiv wird. Entscheidend sind sauberes, zimmerwarmes Wasser, ein leicht feuchtes Anzuchtmedium und vorsichtiger Umgang mit der jungen Wurzel. Dünger ist in den ersten Tagen nicht nötig.
Im nächsten Abschnitt schauen wir uns an, wie Cannabisstecklinge richtig in Erde angesetzt werden und worauf es beim Anwurzeln besonders ankommt.